Flexibilität durch Virtualisierung!

Einleitung

Virtualisierung ist nun schon seit einiger Zeit ein sehr aktuelles Thema und viele Unternehmen bauen Ihre Datencenter vorzugsweise virtuell aus. Ein Rechenzentrum verwaltet nun kaum noch physische Server die separat verkabelt werden müssen, sondern beinhält immer öfter mehrere virtuelle Server mit unterschiedlichsten Applikationen. Diese neue Umgebung ist meist auch einiges lebendiger und wechselhafter als anno dazumal. Die Leute von der Server-Fraktion bauen Ihre Umgebungen durch einfachere Handhabung schneller und öfter um und können so flexibel auf neue Anforderungen reagieren. Doch wie sieht es mit dem Netzwerk aus?

Auch hier haben sich in den letzten Jahren die Anforderungen durch neue Anwendungen wie IP-Telefonie, Videokonferenzen,  Social-Media und Web 2.0 stark geändert. Das Netzwerk jedoch wird beinahe noch gleich verwaltet wie früher als es diese Anforderungen noch nicht in diesem Ausmass gab. Zu Zeiten wo lediglich einige Maschinen mehr oder weniger sinnvoll miteinander  verbunden werden mussten, hat dies auch ausgereicht. Doch die Komplexität nimmt immer weiter zu und hier kommt eine neue Technologie mit den Namen „Software Defined Networking“, kurz „SDN“, ins Spiel.

Was ist „SDN“?

Grundlegend meint SDN die Entkoppelung von Software und Hardware auf Netzwerkkomponenten, so dass eine zentrale Software (z.B. auf einem Server) den Netzwerkverkehr flexibel regeln kann. Die Netzwerkkomponenten übernehmen dann lediglich den Hardware-Teil und befördern die Datenpakete an ihre Zielorte. Die gesamte logische Verwaltung des Netzwerkverkehrs übernimmt dann die Software. Dies entspricht einer Virtualisierung des Netzwerks, wie es sich im Server-Umfeld bereits etabliert hat. So wird auch im Netzwerkbereich eine flexible Anpassung an neue oder geänderte Anforderungen ermöglicht.

Software Defined Networking wird von vielen grossen Herstellern in der Netzwerktechnik wie Cisco, Juniper und HP forciert. Cisco hat sogar seine eigene Technologie mit SDN-Funktionalitäten entwickelt. Neben HP hat auch unser Partner Alcatel-Lucent beschlossen auf den SDN-Zug aufzuspringen und wird bis Mitte 2013 seine Switch-Serien OmniSwitch 10K und OmniSwitch 6900 für SDN optimieren. Diese Wahl ist nachvollziehbar, da es sich bei diesen beiden Serien um die aktuellen Stärksten ihrer Produktpalette handelt. Beide besitzen bereits ein hohes Mass an Flexibilität und Redundanz und sind vermutlich am besten für eine Technologie wie SDN geeignet. Die Wahl von zwei Switch-Serien ist durch die unterschiedliche Bauart dieser Switches begründet. Während der OmniSwitch 10K modular aufgebaut ist und nach den eigenen Anforderungen „zusammengestellt“ werden kann, ist der OmniSwitch 6900 auf Stacking ausgelegt.

Vorteile

Nun, wieso ist SDN so stark und wünschenswert? Welche Vorteile aus Sicht eines Unternehmens oder eines Netzwerk-Administrators bringt diese Technologie mit sich?

Einerseits, wie auch schon im Text erwähnt, wird das Netzwerk um einiges flexibler. Das Netzwerk ist schnell an geänderte Umstände angepasst und dies über eine zentrale Stelle, was sich auch bei den Netzwerkadministratoren bemerkbar macht. Diese müssen keine zig Geräte mehr konfigurieren sondern können dies an einer zentralen Stelle erledigen. Dies vereinfacht die Arbeit enorm. Zusätzlich wird sich die Arbeit auch als wesentlich weniger komplex herausstellen. Durch die Entwicklung eines OpenSource-Protokolls mit dem Namen Openflow ist auch eine Herstellerunabhängigkeit gegeben. Wenn das Gerät eine entsprechende Schnittstelle zur Verfügung stellt, welche mit Openflow kommunizieren kann, lässt sich dieses in eine Umgebung einbinden. Durch die Auslagerung der „Logik“ an einen zentralen Server, sollten sich die Geräte auch länger im Einsatz halten können. Dies macht auch eine Preissenkung im Netzwerksegment wahrscheinlich.

Fazit

SDN ist in meinen Augen ein grundlegender Wechsel in der Networking-Strategie und vereinfacht das Networking für uns Administratoren erheblich. Auch bietet es enorme Vorteile in einer virtuellen Umgebung und wird ebenso flexibel. Ich denke es wird Zeit, dass sich eine neue Technologie im Bereich Netzwerk durchsetzt um den wachsenden Anforderungen gerecht zu werden. Die grösseren Netzwerk-Unternehmen befassen sich immer mehr mit dem Thema SDN passen ihr Angebot entsprechend an. In nicht allzu langer Zeit werden sich alle CIOs und Netzwerkadministratoren mit dieser Technologie befassen müssen und einen Umbau ihrer vermutlich mehrheitlich virtualisierten Infrastruktur ins Auge fassen.